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Gedichte & Lebensweisheiten

Gedichte von Theodor Fontane

Der deutsche Schriftsteller Theodor Fontane lebte von 1819 bis 1898


Lesen Sie hier seine Gedichte Guter Rath, Glück, Im Garten und
seine Ballade Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

Guter Rat
Fotografie Sommermorgen


An einem Sommermorgen
da nimm den Wanderstab,
es fallen Deine Sorgen
wie Nebel von Dir ab.

Des Himmels heitere Bläue
lacht Dir ins Herz hinein
und schließt Gottes Treue,
mit seinem Dach dich ein.

Rings Blüten nur und Triebe
und Halme von Segen schwer,
dir ist, als zöge die Liebe
des Weges nebenher.

So heimisch alles klingt
als wie im Vaterhaus,
und über die Lerche schwingt
die Seele sich hinaus.



Glück
Fotografie Dorfansicht


Sonntagsruhe, Dorfesstille,
Kind und Knecht und Magd sind aus,
Unterm Herde nur die Grille
Musiciret durch das Haus.

Thür und Fenster blieben offen,
Denn es schweigen Luft und Wind,
In uns schweigen Wunsch und Hoffen,
Weil wir ganz im Glücke sind.

Felder rings, – ein Gottessegen
Hügel auf- und niederwärts,
Und auf stillen Gnadenwegen
Stieg auch uns er in das Herz.



Im Garten
Garten Fotografie


Die hohen Himbeerwände
Trennten Dich und mich,
Doch im Laubwerk unsre Hände
Fanden von selber sich.

Die Hecke konnt’ es nicht wehren,
Wie hoch sie immer stund:
Ich reichte Dir die Beeren,
Und Du reichtest mir Deinen Mund.

Ach, schrittest Du durch den Garten
Noch einmal im raschen Gang,
Wie gerne wollt’ ich warten,
Warten stundenlang.



Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.
Fotografie Birnbaum

Fotografie Birnbaum-Blüte

Fotografie Birnbaum

Birnen


Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit
Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn's Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: "Junge, wiste 'ne Beer?"
Und kam ein Mädel, so rief er: "Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb 'ne Birn."

So ging es viel Jahre, bis lobesam
Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.
Er fühlte sein Ende. 's war Herbsteszeit,
Wieder lachten die Birnen weit und breit;
Da sagte von Ribbeck: "Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab."
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
Trugen von Ribbeck sie hinaus,
Alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht
Sangen "Jesus meine Zuversicht"
Und die Kinder klagten, das Herze schwer:
"He is dod nu. Wer giwt uns nu 'ne Beer?"

So klagten die Kinder. Das war nicht recht -
Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht;
Der neue freilich, der knausert und spart,
Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt.
Aber der alte, vorahnend schon
Und voll Mißtraun gegen den eigenen Sohn,
Der wußte genau, was damals er tat,
Als um eine Birn' ins Grab er bat,
Und im dritten Jahr aus dem stillen Haus
Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.

Und die Jahre gingen wohl auf und ab,
Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab,
Und in der goldenen Herbsteszeit
Leuchtet's wieder weit und breit.
Und kommt ein Jung' übern Kirchhof her,
So flüstert's im Baume: "Wiste 'ne Beer?"
Und kommt ein Mädel, so flüstert's: "Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick gew' di 'ne Birn."

So spendet Segen noch immer die Hand
Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.




Gedichte von Theodor Fontane - Teil 2

Kommentare  

Sultannofswing
+1 # Sultannofswing 2016-05-08 18:37
Danke
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