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Gedichte & Lebensweisheiten

Gedanken & Geschichten zum Alter

Gebet eines Seniors

Herr, erhalte mich liebenswert!

Herr, Du weißt es besser als ich, daß ich von Tag zu Tag älter werde.
Bewahre mich vor der großen Leidenschaft, die Angelegenheiten anderer ordnen zu wollen.
Lehre mich, nachdenklich, aber nicht grüblerisch, hilfreich, aber nicht diktatorisch zu sein.

Bei meiner ungeheuren Ansammlung von Weisheit tut es mir leid, sie nicht weiterzugeben,
aber Du verstehst, Herr, daß ich mir ein paar Freunde erhalten möchte.

Lehre mich schweigen, über meine Krankheiten und Beschwerden.
Sie nehmen zu – und die Lust, sie zu beschreiben, wächst von Jahr zu Jahr.
Ich wage nicht, die Gabe zu erflehen, mir Krankheitsschilderungen anderer mit Freude anzuhören,
aber lehre mich, sie geduldig zu ertragen.

Ich wage auch nicht, um ein besseres Gedächtnis zu bitten –
nur um etwas mehr Bescheidenheit und etwas weniger Bestimmtheit, wenn mein Gedächtnis nicht
mit dem der anderen übereinstimmt.

Lehre mich, die wunderbare Weisheit, daß ich mich irren kann.
Erhalte mich so liebenswert, wie möglich.
Ich weiß, daß ich nicht unbedingt ein Heiliger bin, aber
ein alter Griesgram, ist das Krönungswerk des Teufels.

Lehre mich, an anderen Menschen unerwartete Talente zu entdecken, und verleihe mir,
Herr, die schöne Gabe, sie auch zu erwähnen.
(unbekannt)

Im Altersheim

Drei Frauen sitzen im Dämmerschein an einem Fenster im Altersheim.

"Hätt ich doch damals einen Mann genommen,
vielleicht wären zwei, drei Kinder gekommen"
So spricht die erste: "Ich wäre nicht allein,
und säß nicht am Fenster im Altersheim!"

Die zweite nimmt ein Bild von der Wand
und betrachtet es lange in ihrer Hand:
"Ach, wär doch der Krieg nicht gekommen
und hätt mir alle drei Buben genommen.
Den Albert, den Joseph und den Hein,
ich säße nicht am Fenster im Altersheim!"

Da spricht die dritte mit müdem Blick
und streichelt eine weiße Strähne zurück:
"Mir schenkte der Herrgott der Kinder sieben
und alle sind am Leben geblieben.
Vier Mädchen, drei Jungen nenne ich mein -
und ich sitze am Fenster im Altersheim!"

Da kam eine Vierte froh heran:
"Na, Leute, was hat’s euch denn angetan?
Wir sind doch hier ganz gut untergebracht!
Drum frisch auf! Mal herzlich gelacht!
Man braucht nicht so traurig sein,
sitzt man am Fenster im Altersheim!"

Wenn die Beine noch mittun, dann heißt es wandern
Tun sie es nicht, setzt sich Einer zum Andern
Dann wird gespielt und geplaudert von Lust und Leid,
aus schöner und aus schwerer Lebenszeit
Dann wird es euch leichter ums Herze sein-
sitzt ihr am Fenster im Altersheim!

Hier hat jeder sein Zimmer, sein Eigenheim,
es können auch Blinde und Taubstumme sein
Es helfen Ärzte und Schwestern, Pfarrer und Küchen,
auch Fußpfleger und Frisöre lassen sich blicken
Auf Wunsch kann man allein oder mit Hilfe baden,
oft wird zu Kuchen, Musik und Tanz geladen

Oft man kann schon zufrieden und Gott dankbar sein -
darf man sitzen am Fenster im Altersheim!
(unbekannt)


Die "Alten"

Im Jahr der Senioren sind wir die Vergessenen,
wir sind die "Alten"!

Ich bin 84 Jahre alt
ich sitze im Rollstuhl weil meine Beine
mich nicht mehr tragen
die weißen Haare auf meinem Kopf kann ich zählen
meine Hände sind verbogen und steif
ich kann schlecht sehen und schlecht hören
und mein Hörgerät funktioniert nicht immer
ich habe keine Kontrolle über meine Ausscheidungen
und trage "Pampers"
aber mein Kopf, der funktioniert noch
und das was ich noch sehe und höre hier draußen in der Welt
verletzt mich:

wenn ich im Rollstuhl durch das Einkaufszentrum gefahren werde
sehen die Leute weg - es ist ihnen peinlich
wenn ich im Rollstuhl in ein Restaurant gefahren werde
rücken die Leute einen Tisch weiter
sie rümpfen die Nase und flüstern "die stinkt!"
und "die kann doch nicht mehr alleine essen, was will sie hier?"
wenn ich im Rollstuhl in ein Bekleidungsgeschäft gefahren werde
bringt die Verkäuferin mir einen Jogginganzug ("das ist praktisch für Sie")
das schöne Seidenkleid aus dem Schaufenster darf ich nicht anprobieren
("das gibt es nicht in Ihrer Größe") aber sie hat nur Angst,
das Kleid könnte meinen Geruch annehmen

Im Jahr der Senioren sind wir die Übersehenen
wir sind die "Alten" und die "Gebrechlichen"
wir funktionieren nicht mehr
und wir erinnern die "Jungen" und die "Senioren" daran
daß auch sie einmal "alt und gebrechlich" werden
- niemand will das wissen!
(unbekannt)


Ein Mensch

Neben dir da lebt ein Mensch
der sehr einsam ist, neben dir,
da wohnt ein Mensch,
den die Welt vergißt.
 
Dieser Mensch war auch mal Jung,
voller Stolz und Mut,
und besaß auch damals Schwung,
denn da ging´s ihm gut.
 
Nimm dich heute seiner an,
denn auch du wirst alt,
Dann hast du als alter,
Mensch auch mal einen Halt.
(unbekannt)

Die Bohne

Dieser Graf wurde sehr, sehr alt, weil er
ein Lebensgenießer par excellence war.
Er verließ niemals das Haus,
ohne eine Hand voll Bohnen einzustecken.

Er tat dies,
um die schönen Momente des Tages
bewusst wahrzunehmen und
sie besser zählen zu können.

Für jede positive Kleinigkeit,
die er tagsüber erlebte
– zum Beispiel: einen fröhlichen Plausch auf der Straße,
das Lachen einer Frau,
ein Glas guten Weines –
für alles, was die Sinne erfreut,
ließ er eine Bohne
von der rechten in die linke Jackettasche wandern.

Abends saß er zu Hause und
zählte die Bohnen aus der linken Tasche.
Er zelebrierte diese Minuten.
So führte er sich vor Augen,
wie viel Schönes
ihm an diesem Tag widerfahren war und
freute sich.

Sogar wenn er bloß eine Bohne zählte,
war der Tag gelungen –
es hatte sich zu leben gelohnt!
(unbekannt)

Gedanken

Ein alter Mensch hat eine Art Truhe in sich

Gefüllt mit Erfahrungen. Nein! mit einer Mischung
aus Erfahrungen und Irrtümern. Und es ist wichtig,
die Irrtümer herauszufinden. Zum Beispiel: Was für
mich galt, ist Gottes Wille mit allen Menschen.

Oder: Die Jungen machen alles falsch. Oder: Die
Jungen können nicht leben ohne unsere Erfahrungen.
Ich weiß, es ist ein Jammer um den reichen Schatz,
der mit uns zu Grabe gehen wird. Aber Erfahrungen
lassen sich nun einmal nicht vererben.

Oder: Meine Kinder sind meine Kinder, solange ich
lebe. Irrtum: Sie sind erwachsene Menschen. Oder:
Ich muß ihnen sagen, daß ich mich sorge um ihre
Zukunft. Irrtum. Begleiten wir sie, wenn sie es wollen,
denken wir mit ihnen. Beten wir für sie und verdüstern
ihnen nicht die Sonne. Das Bild junger Bäume zwischen
den alten ist schön.
(unbekannt)


Ehedem, getreu und fleißig

Ehedem, getreu und fleißig,
Tat er manchen tiefen Zug.
Erst nachdem er zweimal dreißig
Sprach er: Jetzo sei's genug!

Von den Taten, wohl vollbrungen,
Liebt das Alter auszuruhn,
Und nun ist es an den Jungen,
Gleichfalls ihre Pflicht zu tun.

(Wilhelm Busch)


Der Tod

Der Tod kann auch freundlich kommen zu Menschen,
die alt sind, deren Hand nicht mehr festhalten will,
deren Augen müde werden, deren Stimme nur sagt:
Es ist genug. Das Leben war schön.
(unbekannt)


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Menschen mit Demenz, die sich oft der Ansprache durch Angehörige und Pflegepersonal entziehen und in ihrer eigenen Welt leben, reagieren sehr gut auf Haustiere, insbesondere Hunde. Die Tiere können bei den Menschen eine Türe, die zugeschlagen ist, wieder öffnen. Menschen mit Demenz sind sehr gut über die Gefühlsebene zu erreichen, und dort setzen die Tiere an. Dies teilt die deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie mit.

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