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Kochen, Essen und Trinken bei Demenz

Ernährung & Rezepte bei Altersdemenz


Bild Küchenchef
Für Menschen mit Demenz und der Alzheimer Krankheit bedeutet Essen und Trinken oft eine Last. Wie kann bei Demenzkranken die Freude am Essen gesteigert und der Appetit angeregt werden? 

Esshilfen für Demenzkranke
Teller mit einer Schiebkante. Damit fallen die Speisen wie von selbst auf die Gabel, wenn sie über den Rand geschoben werden.
Nasenbecher mit einem weich geformten Henkel, für Menschen, die den Kopf nicht mehr so neigen können. Löffelschale tief, runde Griffe, Besteck kann gerne schwerer sein, das liegt besser in der Hand.

Ältere Menschen zum Essen und Trinken anzuregen, bedeutet eine Herausforderung für pflegende Angehörige bei der Pflege zu Hause und auch für das Pflegepersonal in den Pflegeheimen. Der Umgang mit Demenz in der Altenpflege und Altenbetreuung erfordert hier zusätzlich viel Fingerspitzengefühl und Fantasie.

Appetit fördern
Den Appetit von Demenzkranken kann man anregen, indem man die Sinne des Menschen durch Kochdüfte, den Duft frischer Kräuter und Gurken anregt.

Das Klappern von Geschirr und Kochtöpfen zeigt den baldigen Essensbeginn an.

Gerne angenommen werden auch Obst- und Gemüsestücke, Frikadellen, kleine Brotstücke auf einer kleinen Gabel (Frittengabel) aufgesteckt.

Die Speisen selbst können anregend gestaltet werden, z.B. mit einer Dekoration aus grünen, gelben und roten Paprikastreifen, Möhren, Gurken oder ähnlichem. Salatgurken lösen schon durch den typischen Geruch Appetit aus.

Wer die Lieblingsgerichte des Demenzpatienten kennt, sollte diese Speisen öfters kochen.

Bei der Tischdekoration ist weniger mehr. Achten Sie darauf, keine Gegenstände und Servietten mit Obst- oder Gemüsemotiven oder anderen essbaren Motiven zu nehmen. Diese könnten zum Aufessen verleiten.

Ein liebevoll gestalteter Tisch mit ästhetischem Eßgeschirr und Trinkhilfen, helfen dem Alzheimer- und Demenzkranken sich wohlzufühlen und erleichtern die Nahrungsaufnahme.

Ideal ist z.B. farbiges Geschirr auf weißem Tischtuch. Ein schöner Blumenstrauß sollte nicht fehlen.

Wer noch fit ist, kann beim Tischdecken und Abräumen helfen.

Manche Demenz- und Alzheimerkranke essen nicht mehr mit Messer und Gabel, sondern mit den Fingern. Das ist gewöhnungsbedürftig, aber wenn die Menschen gut essen, dann lassen Sie sie gewähren (natürlich keine heißen Speisen). 

In fortgeschrittenem Stadium der Krankheit kann es zu Schluckstörungen kommen.
Dann sollte die Ernährung umgestellt werden. Eintopf und Kompott weglassen, denn Flüssiges, indem gleichzeitig Stücke enthalten sind, ist schwer zu schlucken. Reis kann durch Kartoffeln ersetzt werden, Fleisch pürieren, alle anderen Speisen sollten weich gekocht werden.

Besser als dünnflüssige sind, mittels Dickungsmittel aus der Apotheke, angedickte Getränke und Speisen.

Püriertes lässt sich mithilfe von Geliermittel wieder zu einem appetitlichem Essen gestalten, siehe Sauerbraten-Rezept weiter unten.



Rezepte
Rezeptvorschläge für pürierte Kost, geeignet bei Schluckstörungen.


Fruchtschnitten
Zutaten:
2 Bl.Gelatine
60 gr tiefgekühlte Beeren
90 ml Traubensaft
2 TL Puderzucker

Zubereitung:
Gelatine in kaltem Wasser einweichen, die Beeren im Traubensaft erhitzen, süßen und durch ein Sieb streichen.
Ausgedrückte Gelatine einrühren und auflösen. Alles in eine kalte Form gießen und im Kühlschrank abgedeckt fest werden lassen. Zum Servieren in Scheiben schneiden.

Pfirsichmilch
Zutaten:
55 gr Pfirsiche ohne Saft
3 gr Schmelzflocken
10 gr Zucker
1 Spritzer Zitronensaft
50 gr Vollmilchjoghurt
80 ml Vollmilch

Zubereitung:
Alle Zutaten im Mixer pürieren, durch ein Sieb geben und mit Strohhalm servieren.

Sauerbraten-Mousse mit Rotkohl und Klößen
Zutaten für 2 Portionen:
200 gr Sauerbraten (Rind)
1 Ei
1 Eigelb
1 Prise Zucker
1 TL Rübenkraut
1/2 TL Balsamico-Essig
Pfeffer, Salz, 1 EL Sahne
Öl zum Einfetten

Zubereitung:
Ofen auf 150 Grad vorheizen, Fleisch erst in dünne Scheiben und dann in Würfel schneiden. Mit den restlichen Zutaten außer der Sahne pürieren. Durch ein Sieb geben, Sahne unterrühren, salzen, pfeffern. Eine feuerfeste Form einfetten, die Masse einfüllen, mit Alufolie abdecken. Form auf ein tiefes Blech geben, bis einem Drittel der Randhöhe Wasser auffüllen. 25-30 Minuten backen. Das Mousse stürzen, die Hälfte in Scheiben schneiden. Den Rest kaltstellen.

Für den Rotkohl:
150 gr Rotkohl
50 ml gesiebte Gemüsebrühe
2 gr Agar-Agar (Geliermittel aus Algen)
1 Prise Salz
2 EL Apfelmus.

Zubereitung:
Brühe erhitzen, Agar-Agar und Salz einrühren, alles aufkochen. Kohl pürieren. Mit Brühe und Apfelmus verrühren, durchs Sieb streichen, aufkochen.
Masse in eine Form gießen, erkalten lassen, zum Braten reichen. Klöße oder Kartoffelbrei dazu servieren.


Für eine ausgewogene Ernährung im Alter bieten sich untenstehende Nahrungsmittel an. Doch gerade die Essgewohnheiten und Essvorlieben bei älteren Menschen mit und ohne Demenz sind sehr unterschiedlich ausgeprägt. Deswegen sind alle hier vorgestellten Lebensmittel nur ein Vorschlag. Es kommt letzten Endes immer auf den Geschmack und die Vorlieben des einzelnen Menschen an, was er essen möchte.

Weitere Essensvorschläge für ältere Menschen und Menschen mit Demenz

Pellkartoffeln mit Kräuterquark

Kartoffelpürree mit Ei oder Rührei

Bauernomelett

Kartoffelauflauf wahlweise mit leichtem Gemüse und Käse

Milchreis, Kinderbrei, Griessbrei, wahlweise mit Obst

zerkleinerte Bananen mit zerkrümelten Keksen und Orangensaft

Joghurtspeisen, Quarkspeisen, Hüttenkäse

Speisen mit Sojaprodukten

Viele Menschen im Alter mögen es gerne süß. So können die Speisen zum Beispiel mit Honig angereichert werden.

Lesen Sie auch:
Ernährungstipps bei Demenz
Essen und Trinken bei Demenz
PDF-Checkliste für Essen & Trinken bei Demenz


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Menschen mit Demenz, die sich oft der Ansprache durch Angehörige und Pflegepersonal entziehen und in ihrer eigenen Welt leben, reagieren sehr gut auf Haustiere, insbesondere Hunde. Die Tiere können bei den Menschen eine Türe, die zugeschlagen ist, wieder öffnen. Menschen mit Demenz sind sehr gut über die Gefühlsebene zu erreichen, und dort setzen die Tiere an. Dies teilt die deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie mit.

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