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Erklärungen A - Z

Was ist 53c (87b) - Was ist eine Betreuungskraft

Was ist 53c (87b) - Was ist eine Betreuungskraft (Alltagsbegleiter)


53c und 87b sind Bezeichnungen für Paragraphen im elften Buch des Sozialgesetzbuch.
Seit dem 01.01.2017 gilt der Paragraph 53c (§ 53c SGB XI). Der Paragraph 87b wurde gestrichen und ist nicht mehr gültig!

Der Paragraph 53c regelt die zusätzliche Betreuung und Aktivierung pflegebedürftiger Heimbewohner in stationären Pflegeeinrichtungen, durch Betreuungskräfte.
Die zusätzliche Betreuungskraft ergänzt in einem Pflegeheim die Pflegekräfte:
die Betreuungskraft pflegt Seele & Geist - die Pflegekraft pflegt den Körper.

Seit dem Pflegestärkungsgesetz I gültig ab 01.01.2015, haben künftig nicht nur demente Heimbewohner sondern alle pflegebedürftigen Heimbewohner einen Anspruch auf zusätzliche Betreuung.
Darüberhinaus wurde auch die Betreuungsrelation erhöht; eine Betreuungskraft in Vollzeit ist künftig maximal für nur noch 20 Heimbewohner zuständig (vorher 24).
Mit diesen Änderungen entsteht bundesweit ein zusätzlicher Bedarf von circa 20.000 neuen Betreuungskräften ("Betreuungskraft nach § 53c"). Der Beruf gilt als besonders zukunftssicher und ist auch für Quereinsteiger geeignet. 


Bezeichnungen
Die "Betreuungskraft nach § 53c" wird auch Präsenzkraft, Seniorenbetreuer, Alltagsbetreuer, Betreuungsassistent, Alltagsbegleiter oder zusätzliche Betreuungskraft genannt.
Teilweise wird auch noch die alte, nicht mehr gültige Bezeichnung "Betreuungskraft nach § 87b" verwendet.

Die Aufgaben einer Betreuungskraft
Die Betreuungskraft soll den Pflegebedürftigen bei dessen Alltag begleiten, unterstützen aber auch fördern und aktivieren. Dies beginnt mit einfachen Dingen wie Ansprache und Gespräche, Hilfe bei den Mahlzeiten oder beim Kochen und Lesen, desweiteren die Unterstützung bei Freizeitbeschäftigungen und Begleitung bei Freizeitunternehmungen bis hin zur Motivation von neuen Aktivitäten und Aktivierungen.
Pflegerische Tätigkeiten zählen nicht zum Aufgabenbereich einer Betreuungskraft.
Bei Anstellung in einem Pflegeheim, ist die Betreuungskraft der Leitung Sozialer Dienst unterstellt.

Wie wird man Betreuungskraft
Zunächst sollte jeder für sich selbst prüfen ob er für diese spezielle Tätigkeit auch geeignet ist und Freude, Empathie und Geduld im Umgang mit Pflegebedürftigen aufbringen kann. Die Arbeit ist mehr Berufung als Beruf.
Um als Betreuungskraft arbeiten zu können, ist eine Qualifizierungsmaßnahme mit mindestens 160 Stunden zzgl. Praktikum vorgeschrieben. Die Qualifizierungsmaßnahme beinhaltet einen Basiskurs (100 Stunden), ein Praktikum in einem Pflegeheim (2 Wochen) und einen Aufbaukurs (60 Stunden), mit abschliessenden Prüfungen.
Die Ausbildungsdauer beträgt insgesamt 3 bis 12 Monate. Der erfolgreiche Abschluss wird mit einem Zertifikat bestätigt.
Anschliessend ist jährlich eine Fortbildungsmaßnahme mit mindestens 16 Stunden zu absolvieren.


Wo findet die Qualifizierungsmaßnahme statt
Die Qualifizierungsmaßnahme wird von zugelassenen Verbänden und Bildungsanbietern durchgeführt. Angebote gibt es praktisch in jeder Stadt und grösseren Gemeinden oder auch als Fernlehrgang.
Anbieterliste mit Bildungsgutschein, sortiert nach Bundesland: 53c-Kurse.

Was kostet die Qualifizierungsmaßnahme
Häufig ist es möglich die Qualifizierungsmaßnahme kostenfrei zu absolvieren - entweder über den künftigen Arbeitgeber oder mittels Fördermittel der Arbeitsagentur.
Generell liegen die Kosten dieser Ausbildung bei circa 1.200 €, abhängig vom jeweiligen Anbieter. Es gibt Förderungsmöglichkeiten und Bildungsgutscheine der Agentur für Arbeit.

Wer braucht keine Qualifizierungsmaßnahme
Nicht jeder muss die Qualifizierungsmaßnahme absolvieren. Wenn Sie bereits im Pflegebereich tätig sind, dort eine Berufsausbildung gemacht oder an entsprechenden Fortbildungsmass- nahmen teilgenommen haben - gelten Sie als qualifiziert und können sofort als Betreuungskraft arbeiten. Dies ist beispielsweise der Fall bei examinierten Kranken-, Gesundheits- und Altenpfleger (s.a. GKV-Richtlinien ... § 5).

Was verdient man als Betreuungskraft
Das Gehalt einer Betreuungskraft ist nicht einheitlich festgelegt, es muss jedoch mindestens der Pflege-Mindestlohn gezahlt werden. Die Höhe ist abhängig von Pflegeheimbetreiber und Tarifen. Durchschnittlich werden circa 1.700 € brutto bei Vollzeitbeschäftigung gezahlt. Die Stellen werden häufig in Teilzeit oder als Minijob (450-Euro-Job) besetzt. Den aktuellen Verdienst einer Betreuungskraft finden Sie unter: 
 Was verdient man als Betreuungskraft

Arbeitsmaterialien für Ihre Arbeit als Betreuungskraft
Zur Beschäftigung und Aktivierung von Senioren und dementen Menschen werden häufig Übungen im PDF-Format erfolgreich eingesetzt. Eine grosse Auswahl hochwertiger Aktivierungen zur kostenfreien Nutzung finden Sie hier: Aktivierungsübungen und hier weitere umfangreichere Aktivierungen.

Weitere Details und Quellen
Vollständiger Gesetzestext: § 53c SGB XI
Bundesministerium für Gesundheit: Die zusätzliche Betreuungskraft
GKV-Spitzenverband: Richtlinien nach § 53c SGB XI - Qualifikation und Aufgaben
Alte Richtlinien nach § 87b Abs. 3 SGB XI - Qualifikation und Aufgaben



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